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Riss des vorderen Kreuzbands
Was ist das vordere Kreuzband Das vordere Kreuzband verbindet im Kniegelenk den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia). Es ist maßgeblich an der richtigen
Bewegung des Kniegelenks beteiligt. Außerdem verhindert es, dass der Oberschenkelknochen nach hinten gleitet, wenn das Kniegelenk gebeugt wird.
Wie entsteht ein Riss des vorderen Kreuzbands? Das vordere Kreuzband kann reißen, wenn das Knie überstreckt wird oder das Kniegelenk bei angespannten Oberschenkelmuskeln
gewaltsam gebeugt wird.
Oft treten Komplexverletzungen auf, wobei zusätzlich der Innenmeniskus, das Innenband oder beides geschädigt werden. Sind sogar alle drei genannten Strukturen betroffen, spricht man von einer
"unhappy triade”.
Welche Anzeichen gibt es für einen Riss des vorderen Kreuzbands? Neben den allgemeinen Zeichen eines Kniebinnen-Traumas fällt ein schnell nachlaufender, blutiger Erguss des Kniegelenks auf. Bei gebeugtem Knie lässt sich das
Schienbein gegenüber dem Oberschenkel nach vorn verschieben (vorderes Schubladen-Zeichen). Oft besteht ein ausgeprägtes Instabilitätsgefühl (Giving Way).
Wie wird ein Riss des vorderen Kreuzbands festgestellt? Röntgenaufnahmen zeigen Brüche bzw. knöcherne Bandausrisse. Wichtigstes Diagnoseverfahren ist die Kniespiegelung
(Arthroskopie), da sie gleichzeitig die operative Versorgung ermöglicht. Auch die Kernspin-Tomographie (NMR) zeigt, ob das vordere Kreuzband gerissen ist.
Wie wird ein Riss des vorderen Kreuzbands operiert? Mit wenigen Ausnahmen ist die direkte Naht des gerissenen vorderen Kreuzbandes nicht Erfolg versprechend. Vor allem bei
Sportlern wird das gerissene Kreuzband operativ ersetzt, da es zu den besten Langzeitergebnissen führt. Dafür eignet sich am besten ein Teil der Sehne zwischen Kniescheibe und Schienbein (Patella-Sehne). Es entstehen keine
Folgeschäden, wenn man diesen Anteil entnimmt. Der Sehnenteil hat in etwa die passende Länge, und er lässt sich so entnehmen, dass an beiden Enden ein kleines Knochenstück bleibt. Während einer Kniespiegelung wird das
Sehnen-Knochen-Transplantat genau im Verlauf des vorderen Kreuzbands angebracht. Verschiedene Techniken verankern die Knochenstücke jeweils im Oberschenkelknochen und Scheinbein (z. B. Schrauben, Einpressen). Diese
athroskopisch unterstützte Kreuzband-Plastik ist derzeit das Standardverfahren. Statt des Sehnen-Knochen-Transplantats aus der Patella-Sehne kann der Chirurg auch eine weniger wichtige Sehne am Oberschenkel
(Semitendinosus-Sehne) verwenden. Bei sportlich wenig aktiven Patienten lässt sich durch konsequentes Training der Oberschenkelmuskulatur eine so gute Führung des Kniegelenks erreicht, dass eine operative Therapie nicht
notwendig ist. Die Stabilität reicht für die alltägliche Belastung aus.
Wie erfolgt die Weiterbehandlung nach der Operation? Um das ersetzte Kreuzband nicht sofort voll zu belasten, werden für sechs bis zwölf Wochen spezielle Knieschienen
angelegt. Es gibt verschiedene Modelle, bei denen das Bewegungsausmaß des Kniegelenks einstellbar ist. Besonders wichtig ist eine konsequente Krankengymnastik mit dem Ziel, die Oberschenkelmuskulatur gut zu trainieren.
Koordinationsübungen, manuelle Techniken und möglicherweise eine Elektrotherapie ergänzen das Spektrum.
Treten Komplikationen auf? Komplikationen wie Blutung, Gelenkinfektionen, Thrombose, Nerven- und Gefäßverletzungen sind selten. Da das Sehnen-Knochen-Transplantat
körpereigenes Gewebe ist, vertragen es die meisten sehr gut, und die Heilung verläuft in aller Regel problemlos. Sehr selten reißt das Transplantat. Spezifische Risiken wie eine bleibende oder zunehmende Instabilität,
Meniskusschaden, Ausriss oder Lockerung des Transplantats sowie ein Bruch der Kniescheibe sind selten.
Wie ist die Prognose? In der Regel ist das Langzeit-Ergebnis nach einer Plastik des vorderen Kreuzbands sehr gut. Die Sportfähigkeit ist oft nach zwölf bis 16 Wochen wieder
erreicht, und sie ist auch im weiteren Verlauf nicht eingeschränkt. Für ein gutes Spätergebnis ist es wichtig, konsequent Krankengymnastik zu betreiben. Eine verfrühter Gelenkverschleiß (Arthrose) lässt sich so hinauszögern.
Wie kann das Risiko eines Kreuzband-Risses vermindert werden? Vor jeder sportlichen Betätigung sollten Sie die Muskulatur gut aufwärmen. Wer seine Koordinationsfähigkeit durch
Sprungschulung und Lauftraining verbessert, senkt das Verletzungsrisiko. Eine gut trainierte Beinmuskulatur, optimale Sportausrüstung und defensives sportliches Verhalten schützen ebenfalls vor Verletzungen des Kreuzbandes
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